Als sich die Idee entwickelte, Kanada mit dem Wohnmobil zu bereisen, war ich gerade schwanger mit unserem zweiten Kind. Und da bei einem weiteren Kind auch wieder eine gemeinsame Elternzeit möglich ist, bot sich an, diese wieder zum Reisen zu nutzen. Christian und ich sind zwar schon relativ viel gereist, sowohl gemeinsam, als auch unabhängig von einander. Aber in Kanada waren wir beide noch nie. Kanada erschien uns  außerdem gut geeignet um es mit kleinen Kindern zu bereisen: wir sprechen die Sprache, es gibt eine gute medizinische Versorgung, die Infrastruktur ist der deutschen sehr ähnlich, die Essgewohnheiten ebenfalls usw.

Was als Idee begann, wurde im Laufe der Schwangerschaft immer konkreter. Immerhin hatten wir während unserer Weltreise den amerikanischen Kontinent völlig ausgelassen, was ich damals schon bedauert habe. Und außerdem könnten wir doch, wenn wir schon mal „da“ waren, auch gleich unsere Freunde Anika und Kyle in Kalifornien besuchen…

Als Emilian dann im Februar 2017 auf die Welt kam, konnte die Planung dann beginnen. Zwar war ich zunächst von dem Gedanken ziemlich überfordert, mit einem 3 1/2-jährigen Kleinkind und einem 6 Monate alten Baby in einem Wohnmobil auf Reisen zu gehen und war kurz davor, Christian die ganze Sache wieder auszureden. Doch nachdem die anfängliche Hormonflut etwas nachgelassen hatte, freundete ich mich immer mehr mit dem Gedanken an und in den letzten Wochen vor Reiseantritt war ich völlig von Vorfreude erfüllt.

Nach 2 1/2 Jaren heißt es nun also wieder Flüge buchen, Hotels und Campingplätze reservieren, Reiseroute planen, Listen schreiben und abhaken, Outdoor Läden plündern, Taschen packen, Gepäck minimieren und Abschied feiern von unseren Freunden und Familien. Wir brechen auf in ein neues Reiseabenteuer. Dieses Mal sind wir zu viert unterwegs und wie eine Freundin zum Abschied sagte, haben wir uns seit unserer großen Reise kaum verändert, nur verdoppelt.

Geplant sind vier Wochen im Campertruck durch Alberta und British Columbia im Westen Kanadas zu Reisen. Anschließend verbringen wir ein paar Tage in Vancouver bevor wir nach San Francisco fliegen. Von dort aus wollen wir unsere Freunde besuchen. Zum Abschluss verbringen wir dann noch ein paar Tage in San Francisco, von wo aus es dann wieder zurück nach Amsterdam geht. Insgesamt sind wir so ca. 7 Wochen unterwegs. Alles klar?! Na dann kann’s ja losgehen!

Wir sind wie immer gespannt was uns erwartet, haben Respekt vor den Herausforderungen, die auf unserem Weg liegen und freuen uns über alle, die uns lesend begleiten!

 

Jetzt kann’s endlich losgehen! Aufbruch aus Münster.

Irgendwie haben wir das Gefühl, von einer Wolke verfolgt zu werden. In der Ferne können wir die sonnenbeschienen Hügel sehen, doch wann immer wir dort ankommen, ist der Himmel bedeckt. Eigentlich hatten wir gedacht in Kaikoura noch einen Zwischenstopp einzulegen, aber da der Himmel dort auch ungemütlich grau ist, machen wir eine Mittagspause draus und fahren weiter bis in die Marlborough Sounds, einem Naturschutzgebiet bestehend aus grünen Landzungen, die sich bis in das Meer winden. Doch auf halber Strecken wollen wir noch einen Zwischenstopp einlegen. Von den zwei Deutschen Sebastian und Konstanze, mit denen wir uns in den Catlins noch mal getroffen hatten, haben wir den Tipp bekommen, einen DOC Campingplatz hinter einem Salzwerk kurz vor den Marlborough Sounds zu besuchen. Nachdem wir einmal an der Abfahrt vorbei fahren, finden wir den Campingplatz, der sogar einen Spiegel im Badezimmer und eine Vorrichtung für Solarduschen hat, problemlos. Wir sind sofort begeistert von der Abgeschiedenheit und der Schönheit dieses Platzes. Und vom Preis, denn wir zahlen wieder nur 6 NZ$ pro Erwachsener für eine Nacht.

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Windig aber sonnig am Cape Campbell.

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Hier gefällt es uns richtig gut!

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Der Wind geht ganz schön kräftig, aber im hohen Gras neben unserem Bulli ist es schön windstill.

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Nachmittagspause im Gras.

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Am Nachmittag machen wir einen kleinen Spaziergang am Strand entlang.

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Der Platz gefällt uns richtig gut. Doch nach einer Nacht wollen wir weiter, denn richtig warm ist es auch hier leider immer noch nicht. Also fahren wir am nächsten Morgen wieder zurück auf den Highway, Richtung Blenheim und weiter nach Picton.

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Die Straße nach Picton bietet wieder wunderschöne Aussichten.

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Wir fahren durch Picton, Anlegepunkt der Fähren aus Wellington auf der Nordinsel, hindurch und in die Sounds hinein. Plötzlich fühlen wir uns wie in Norditalien an den Ufern irgendwelcher Seen. Kaum zu glauben, dass das hier auch das Meer ist.

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Mittagspause in den Marlborough Sounds.

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Nach der Mittagspause fahren wir weiter, erst wieder aus den Sounds hinaus, um an einer anderen Stelle wieder rein zufahren. Hier haben wir einen DOC Campingplatz gefunden, an dem man nur eine Nacht stehen darf, der dafür aber kostenlos ist. Es gibt immerhin ein modernes Plumpsklo und eine schöne Aussicht in die Sounds.

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Aussicht an unserem neuen Stellplatz.

Bei unserer Ankunft lernen wir sofort eine Familie aus Deutschland kennen. Maike und Rainer sind mit ihren Kindern Mara und Lukas unterwegs. Die zwei sind zwar schon ein bisschen größer als Juna, binden sie aber schnell in ihr Spiel mit ein und passen vorbildlich auf sie auf. Auch wenn der fünfjährige Lukas am Anfang etwas skeptisch ist (“Das Baby macht nur Blödsinn! Das macht alles kaputt!”), verliert auch er seine Vorbehalte und nimmt sich Juna an.

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Als der Abend kommt und die Kinder im Bett sind, laden uns Maike und Rainer noch auf einen leckeren Weißwein aus der Region vor ihren Wohnwagen ein.

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Juna mit den Großen!

Leider zieht es sich abends wieder zu und es fängt sogar an ein wenig zu tröpfeln. Wir dürfen eh nicht länger als eine Nacht hierbleiben und wollten sowieso weiter. Da ich am Morgen schmerzhafte Bläschen in meinem Nacken bemerke, machen wir unsere Mittagspause in Nelson, wo wir sowieso durch gefahren wären. Dort werde ich im Krankenhaus unkompliziert untersucht und bekomme eine antibiotische Salbe verschrieben. Die Stadt Nelson gefällt uns auch richtig gut. Mit dem schönen Stadtstrand, dem entspannten Flair und vor allem dem strahlenden Sonnenschein. Vielleicht kommen wir auf dem Rückweg ja noch mal hier vorbei…

Jetzt geht es aber erstmal weiter nach Tasman. Auf halber Strecke zwischen Nelson und dem Abel Tasman Nationalpark finden wir einen schönen wenn auch etwas vollen DOC Campingplatz in der Ruby Bay. Ganz am hinteren Ende des Campingplatzes finden wir einen schönen Stellplatz für uns, an dem wir wieder die Brandung hören können. In der Ferne glitzern, als es dunkel wird, die Lichter Nelsons.

Nächster Morgen mit Blick auf Nelson in der Ferne.

Das Wetter hat sich gehalten, die Sonne strahlt von einem blauen Himmel, die Luft fühlt sich sommerlich an. Genau so haben wir es uns hier oben vorgestellt und dementsprechend zufrieden sind wir. Nach dem Frühstück geht es gleich weiter. Heute wollen wir endlich in den für seine schönen Strände und Dschungelwanderungen bekannten Abel Tasman Nationalpark. Von Rainer und Maike haben wir den Campingplatz The Barn, gleich am Eingang des Parks, empfohlen bekommen. Kein DOC Campingplatz und auch etwas teurer als was wir sonst gewohnt sind, aber im bekanntesten Nationalpark Neuseelands gelten eben andere Preise. Nachdem wir in Motueka unsere Vorräte im örtlichen New World aufgestockt haben, sind es nicht mehr viele Kilometer bis zum Park.

Unser Stellplatz im The Barn mit Blick auf eine Pferdekoppel.

Wir bekommen einen richtig schönen Platz zugewiesen und beschließen gleich zwei Nächte zu bleiben. Immerhin wollen wir morgen einen ganztägigen Ausflug mit Bootstour und Wanderung machen.

Aber jetzt heißt es erstmal ausruhen!

Nach dem kurzen Mittagsschlaf packen wir unseren Rucksack für eine kleine Entdeckungswanderung. Wir wollen gleich rein in den Park und schon mal testen was uns morgen erwartet. Die Bootstour buchen wir im The Barn.

Erste Einblicke in den Abel Tasman Nationalpark.

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Endlich ist es warm genug, dass auch ich mich ins Wasser traue.

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Juna hat richtig Spaß im Sand und lässt sich auch von ihrem ersten Wespenstich nicht die Laune verderben!

 

Wieder sehen wir viele Farnbäume, die Nationalpflanze Neuseelands.

Zurück auf dem Campingplatz kommt Juna in Kontakt mit einer mutigen Ente.

Der Abend wird lau und richtig gemütlich. Diesmal haben wir eigenen Wein im Gepäck und genießen die warmen Temperaturen auch nach Sonnenuntergang.

Am nächsten Morgen packen wir alles zusammen für unseren Tagesausflug in den Park.

Schon im Boot und noch an Land?

Die erste Attraktion beginnt bereits an Land. Wir werden am Büro des Wassertaxiunternehmens mit unserer Reisegruppe auf ein Motorboot verfrachtet, dass auf Rädern an einem Traktor hängt. Mit dem Traktor fahren wir dann die etwa 2km bis zur Ablegestelle. Da der Traktor einen Schnorchel hat, kann er uns sogar bis ins Wasser rein fahren.

Auf dem Weg zur Ablegestelle.

Mit Traktor zu Wasser gelassen.

Jetzt geht’s los!

Wir genießen alle drei die schöne Fahrt über das türkisblaue Meer. Juna hat auch keine Einwände gegen ihre Schwimmweste, sie freut sich eher über den Fahrtwind und die spritzende Gischt.

In einer der vielen Buchten werden wir rausgelassen. Von hier aus geht unsere Wanderung los. In etwa drei Stunden werden wir ein paar Buchten weiter wieder abgeholt.

Wir stellen voller Neid fest, dass einige Neuseeländer hier tatsächlich leben! Die Grundstücke wurden verkauft, als das Gebiet noch kein Nationalpark war. Heute gibt’s hier leider kein Land mehr zu kaufen…

Zuerst geht es ganz schön bergauf!

Erste Aussicht auf unsere Ankunftsbucht.

Der Weg ist wirklich wunderschön und bietet herrliche Aussichten auf Buchten, die zum Verweilen einladen. Aber wir müssen ja leider weiter…

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Über eine Hängebrücke überqueren wir diesen Fluss…

…zum ersten Mal…

Denn als wir auf der anderen Seite sind, überlegen wir es uns doch noch mal anderes und kehren wieder um, überqueren den Fluss erneut und klettern einen kleinen Pfad am anderen Ende der Brücke hinab. Hier machen wir unsere Mittagspause.

Mittagspause am Fluss.

Nach der Pause überqueren wir die Brücke also erneut und setzen unseren Weg weiter fort.

Farnbäume.

In einer Bucht unterwegs gönnen wir uns noch eine kleine Pause. Leider muss Christian gleich wieder los, denn er vermisst seine Sonnenbrille, die er an unserem Mittagsrastplatz vermutet. Christian überquert die Hängebrücke als noch zwei Male, kehrt aber leider ohne Sonnenbrille zurück.

Sonnenbaden in der finalen Bucht.

Mit ein bisschen Zeitpuffer erreichen wir die Bucht, in der wir vom Motorboot wieder abgeholt werden. Wir nutzen die Zeit zum Ausruhen und Sonnenbaden.

Juna gefällt’s am Strand.

Wenig später besteigen wir wieder das Boot und werden zum Parkeingang zurück gebracht und anschließend wieder mit dem Traktor durch den Ort bis zum Wassertaxibüro gefahren. Wir sind ziemlich kaputt, beschließen aber dennoch noch an diesem Abend weiter zu fahren. Denn Juna hat morgen Geburtstag und da wollen wir möglichst wenig Auto fahren und wir haben noch ein Ziel vor uns: Das Cape Farewell, der Hohe Norden der Südinsel. Also canceln wir unsere bereits gebuchte Nacht, packen alles zusammen und düsen wieder los. Zuerst ist die Fahrt alles andere als angenehm. Juna ist ziemlich müde, braucht aber wieder all meine gesangliche Kraft und Aufmerksamkeit, um noch ein bisschen schlafen zu können. Mir ist allerdings kotzschlecht, denn wir fahren in Serpentinen einen Berg hinauf, der immer höher und höher wird. Oben angekommen, ist Juna immer noch nicht eingeschlafen und ich brauche eine Pause, in der ich mich mit Müh und Not nicht übergebe. Wir machen einen kurzen Spaziergang zu einem Aussichtspunkt, auf dem sich mein Magen wieder beruhigen kann. Als es wieder weiter geht, schläft Juna bald selig und wir genießen die tolle Landschaft im sommerlichen Abendlicht.

Wir erreichen noch vor der Dämmerung den Campingplatz in Collingwood und bekommen dort einen schönen Platz direkt am Wasser. Als weiteres Highlight des Tages beobachten wir einen riesigen Rochen, der direkt am Ufer in der steigenden Flut treibt.

Am Abend bestaunen wir den eindrucksvollen Sternenhimmel und stoßen auf das vergangene Jahr an: morgen wird Juna 1!

Guten Morgen Geburtstags-Juna!

Nach einem entspannten Morgen setzen wir uns wieder in unseren Bulli und fahren die wenigen Kilometer bis zum Farewell Spit, dem nördlichsten Punkt Neuseelands Südinsel.

 

Die Landschaft erinnert ein bisschen ans Allgäu, nur mit Meer auf der anderen Straßenseite.

Der Farewell Spit – hier endet die Südinsel in einer langgezogenen Sandbank.

Anstatt eine Wanderung über den Farewell Spit zu machen – was für Juna in der Manduca nicht so schön wäre – entschließen wir uns zu einem Aussichtspunkt zu fahren und anschließend zum Wharariki Strand, der hier in der Nähe ist.

Der Aussichtspunkt am nördlichsten Punkt der Südinsel Neuseelands.

 

Auch Juna gefällt die Aussicht.

Ohne Netz und doppelten Boden geht es hier steil abwärts – ich bin froh, dass Juna beim Laufen noch auf meinen Finger angewiesen ist!

Nach dem Aussichtspunkt geht es weiter zum Wharariki Strand. An den Strand haben wir keine großen Erwartungen, ich hoffe ein wenig in der Sonne liegen zu können und Juna soll natürlich einen Schattenplatz haben. Aber erstmal bleiben wir auf dem Parkplatz, von dem aus der Weg über Schafwiesen zum Strand führt, und machen dort unsere Mittagspause. Juna fällt nach dem Mittagessen in einen tiefen Schlummer, also packe ich meine Strandsachen zusammen und gehe schon mal los.

Weg zum Strand.

Der Weg zieht mich sofort in seinen Bann. Ich bin beeindruckt von der wunderschönen Natur, die mich umgibt und weiß gar nicht wo ich zuerst hingucken und -fotografieren soll. Der Wind bläst mich zwar fast aus meinen FlipFlops, doch wie auf Wolken schreite ich Richtung Meer, das ich schon von Weitem sehen kann.

In der Ferne das Meer.

Schon der Weg zum Strand lohnt sich, um richtig glücklich zu werden. Doch als ich endlich da bin und auf die erste Düne klettere, haut es mich fast um…

Ich bin überwältigt von der Schönheit dieses Ortes.

Wohin ich auch schaue, ich kann nicht genug bekommen, kann mich nicht satt sehen. Zuerst durchwandere ich eine Dünenlandschaft, wie ich sie nie zuvor gesehen habe. Hunderte von Meter weit erstrecken sich Dünen in den schönsten Formen aus feinstem Sand, den der heftige Wind mir gegen die Schienbeine bläst. Ich stapfe vorwärts und bestaune die riesigen Felsbrocken, die vor mir aus dem Meer aufragen. Die Stimmung könnte einem Film entstammen, irgendwo auf einem anderen Planeten. Es würde mich nicht wunden, wenn hier jetzt ein Raumschiff landen würde, so surreal wirkt die Szene auf mich.

Wanderung durch die Dünen.

Die Brandung ist gewaltig!

Am Stand angekommen geht das Staunen weiter. Der Wind bläst unermüdlich, mein Sonnenbad kann ich vergessen, stelle ich schmunzelnd fest. Vollkommen irrelevant! Denn dieser Ort muss entdeckt werden, als wenn ich mich hier hinlegen und wegdösen wollte, ich will jeden Winkel erkunden und alles aufsaugen was die Natur mir hier bietet! Doch dieser Plan ist unmöglich umzusetzen, denn der Strand ist kilometerlang!

Also fange ist erstmal vorne an, wo ich nach dem Dünenstreifen am Strand rausgekommen bin. Hier ist ein großer Felsen gleich am Strand, von weitem sehe ich schon jemanden dort stehen und fotografieren. Auf einem Schild auf dem Weg zum Strand habe ich gelesen, dass es hier Robben zu sehen gibt, die in den natürlichen Pools der Felsen spielen. Also nähere auch ich mich vorsichtig und kann von Weitem auch einige Robben sehen, von denen ich ein paar verwackelte Fotos schieße. Als ich gerade wieder gehen will, schauen mich plötzlich zwei Paar glänzend schwarze Knopfaugen hinter einem Felsvorsprung an. Babyrobben!

Wer wohnt denn hier in diesem Paradies?

Die zwei Robben sind erst schüchtern, als ich mich etwas entferne nehmen sie sich dann doch ein Herz und plantschen um den Fels herum und gesellen sich zu ihren anderen Artgenossen. Ich ziehe neugierig weiter und erkunde die Umgebung in die eine Richtung.

 

 

Als ich das eine “Ende” des Strandes (wenn ich wollte, könnte ich noch kilometerweit laufen) genügend erkundet habe, laufe ich wieder zurück und komme dabei wieder an dem Robbenfels vorbei. Mittlerweile ist die Ebbe weiter fortgeschritten und hat so die Pools freigelegt, in denen nun tatsächlich Robbenjungen platschen und spielen.

Vergnügte Robbenkinder, zum Greifen nah!

Wieder bin ich völlig überwältigt von der Schönheit dieses Anblicks. Direkt vor mir spielen bestimmt 10 kleine Robben, wild und frei ohne Angst und Scheu. Ganz im Gegenteil, sie beäugen mich und andere, die dazu kommen, neugierig und kommen teilweise sogar zu uns gerobbt, um uns noch genauer in Augenschein zu nehmen.

Neugierige Robbenkinder.

 

Ich könnte noch Stunden hier zubringen – wie lange bin ich überhaupt schon hier?? Mein Zeitgefühl ist völlig abhanden gekommen. Christian wollte mit Juna nachkommen, sobald sie wieder wach ist. Also behalte ich die Dünen im Auge, damit wir uns nicht verpassen. Das hier muss ich ihnen unbedingt zeigen! Was für eine tolle Geburtstagsüberraschung für Juna!

Nachdem ich mich vorerst an den plantschenden Robben satt gesehen habe, gehe ich noch ein Stück weiter in die Richtung, in der ich noch nicht war und schaue mich auch hier ein wenig um.

 

 

In diese Höhle kann man auf der einen Seite reinlaufen….

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…auf der anderen muss man auf dem Bauch raus kriechen.

Als Christian und Juna nicht auftauchen, beschließe ich wieder zurück zum Auto zu laufen, um sie zu holen. Diesen Ort muss ich ihnen unbedingt zeigen.

Zurück über die Dünen.

 

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Auf dem Rückweg bin ich so voll von Faszination, dass ich das Gefühl habe zu schweben. Alles sieht in meinen Augen wunderschön aus.

 

 

Zurück beim Bulli schläft Juna noch immer! Voller Begeisterung erzähle ich Christian von meinen Eindrücken. Als Juna gut gelaunt erwacht wird sie gleich strandfertig gemacht und eingepackt. Wenig später geht es für mich zum zweiten Mal zum Strand.

Die Nachmittagssonne macht die Stimmung noch mystischer.

Juna ist auf meinem Rücken vor dem peitschenden Wind geschützt.

Als erstes steuere ich natürlich die Robbenpools an. Das Wasser ist mittlerweile weiter zurück gegangen und die Pools sind nun deutlich zu erkennen. Die Robbenkinder spielen immer noch ausgelassen miteinander. Als Juna die kleinen Pelzrobben sieht, stößt sie gleich ein paar erfreute Laute aus, die die Robbenkinder zu verstehen scheinen. Interessiert kommt eines zu uns, so dass wir es ganz genau betrachten können.

 

 

Man hat den Eindruck, die kleine Robbe wollte Juna zum Mitspielen einladen.

Wir sind begeistert von der Intensität der Begegnung. Ein besseres Geburtstagsgeschenk hätten wir uns für Juna nicht wünschen können!

Zufrieden verlassen wir die Robbenkolonie wieder und gehen noch ein wenig an diesem wunderschönen Strand spazieren.

 

 

 

 

 

Die glückliche Familie am Ende dieses rundum gelungenen Tages.

 

 

Wir bleiben hier! Wo es so schön ist, da müssen wir bleiben. Der Campingplatz direkt am Parkplatz soll auch gut sein, als buchen wir uns ein und verbringen noch einen angenehmen Abend mit anderen Reisenden in der Gemeinschaftsküche.

Der nächster Morgen beginnt sonnig und entspannt.

 

Christian schlachtet unsere Kokosnuss.

Wir kommen erst gegen Mittag los weil wir uns noch fest quatschen mit einem deutschen Pärchen, das mit ihrem Sohn Emil genauso unterwegs ist wie wir. Es tut gut sich auszutauschen und wir bekommen sogar einen Einblick in einen Wohnwagen der Luxusmarke Kea, da können wir mit unserem Toyota Hyace bei weitem nicht mithalten. Aber wir haben uns in den letzten vier Wochen so sehr an unseren kleinen Bulli gewöhnt, dass wir ihn selbst für einen geräumigen Kea nicht tauschen wollen. Gut gelaunt und voll mit schönen Erinnerungen an die letzten Tage brechen wir wieder auf.

Die Flut läuft bis auf die Straße.

Unsere Rückreise nach Deutschland steht in wenigen Tagen an. Also machen wir uns auf den Rückweg Richtung Christchurch, von wo aus wir auch zurück fliegen. Langsam stellt sich der Abschiedsschmerz ein, denn nach den Erlebnissen der vergangen Tage, würden wir gerne noch länger bleiben. Heute schaffen wir es bis kurz hinter Nelson. Leider reicht unsere Zeit nicht mehr aus, die Stadt erneut zu besuchen. Aber der Campingplatz, auf dem wir für eine Nacht bleiben, macht einen sehr netten Eindruck: es gibt warme Duschen, W-Lan und ein Trampolin, auf dem jede Menge andere Kinder spielen, somit ist auch Juna glücklich.

Juna richtet sich ein.

Abendessen.

Am nächsten Morgen geht es weiter. Wir fahren wieder vorbei an den Marlborough Sounds und biegen kurze Zeit später Richtung Rarangi vom Highway ab. Dort finden wir wieder einen schönen grünen DOC Campingplatz für wenig Geld und mit einer Solardusche.

Juna zählt “Mäh”s auf dem Weg durch die Sounds.

Hier verbringen wir den Nachmittag am Strand und blicken in der Ferne auf das Cape Campbell, wo wir auf unserem Hinweg bereits Station gemacht haben.

 

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Cape Campbell in der Ferne.

Am nächsten Tag setzen wir unseren Weg Richtung Süden weiter fort. Nun sind es nur noch zwei Nächte wir bis die Heimreise antreten müssen. Kaum haben wir Blenheim hinter uns gelassen, zieht sich der Himmel wieder mit einer dunklen Wolkendecke zu. In Kaikoura machen wir Zwischenstopp, denn Christian muss unbedingt den für die Region berühmten Crayfish (Languste) probieren. Nachdem wir 20 Minuten auf die nächste Langustenlieferung gewartet haben, stürzen wir uns mit knurrenden Mägen auf unser “üppiges” Mittagessen.

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Crayfish in Kaikoura.

Unsere vorletzte Nacht verbringen wir auf einem Campingplatz etwa 150 km nördlich von Christchurch. Das Wetter ist wieder durchwachsen aber ok. Wir machen einen Strandspaziergang.

 

Der nächste Tag bringt noch mal Sonnenschein.

Auf dem Weg nach Christchurch.

Am nächsten Tag brechen wir auf nach Christchurch. Hier verbringen wir die letzte Nacht dort, wo wir auch die erste in Neuseeland verbracht haben, auf dem Camping Platz in South New Brighton. So schließt sich unser Kreis auf der Südinsel Neuseelands. Wehmütig besuchen wir noch einmal den schönen Strand, der uns am Anfang schon so gut gefallen hat und genießen ein letztes Mal Sonne und Wind des südlichen Sommers.

An unserem letzten Tag wird nur noch gepackt und der Bulli abgabefertig gemacht. Dann fahren wir zu unserer Bullivermietung, die uns unkompliziert den Wagen abnimmt und uns zum Flughafen fährt. Die vier Rückflüge, die uns in den kommenden 32 Stunden erwarten (Christchurch – Sydney – Bangkok – Dubai – Düsseldorf) werden unsere Befürchtungen leider übertreffen.

Doch zurück in Deutschland, nach über 48 Stunden ohne nennenswerten Schlaf und einem ausgewachsenen Jetlag, sagen wir immer wieder: es hat sich gelohnt! Neuseeland ist einfach toll, gerade weil es so furchtbar weit weg ist.

Wir waren gerne: Happy Campers!

Nachdem wir die Catlins verlassen haben, fahren wir an der Ostküste rauf Richtung Norden. Wir wollen es endlich warm und sonnig haben und da haben wir im hohen Norden die besten Chancen.

Zwischenstopp am Shag Point.

Nördlich von Dunedin machen wir einen Stopp am Shag Point, wo es eine Seelöwenkolonie zu beobachten gibt.

An diesem Tag fahren wir nicht mehr viel weiter. Unser Ziel ist Moeraki, wo am Strand die versteinerten Kugeln, Boulders genannt, liegen. Wir checken auf einem Campingplatz ein, mit Strom und endlich mal wieder einer Waschmaschine. Am nächsten Tag besichtigen wir die Boulders.

Moeraki Boulders.

Weiter geht es nach Oamaru, ein Städtchen mit Pinguin-Kolonie und Künstlerszene. Wir besichtigen erst die Ateliers und Workshops in der Altstadt und machen uns dann auf die Suche nach den Pinguinen.

Künstlerszene in Alt-Oamaru.

Pinguine bekommen wir leider keine zu Gesicht, stattdessen eine Art Stadion, in dem zu bestimmten Tageszeiten die Zuschauer von überdachten Tribünen aus Pinguine beobachten können wie sie  zu ihren angelegten Nestern watscheln. Das Ganze wirkt ziemlich inszeniert und ein bisschen unnatürlich. Uns sind wilde Pinguine lieber und so sind wir nicht traurig, dass wir die Show für heute verpassen.

Die einzigen Pinguine, die ich in Oamaru zu Gesicht bekomme.

Für die Nacht haben wir uns einen Free Spot ausgesucht, der vollkommen ohne sanitäre Anlagen oder Sonstiges auskommt. Es handelt sich lediglich um einen Kiesweg am Strand. Doch als wir uns einen Stellplatz suchen wollen, bleiben wir in den lockeren Kieselsteinen stecken. Trotz aller Bemühungen wieder raus zukommen, bleiben wir stecken und erreichen nur, dass wir uns tiefer eingraben und unsere qualmenden Reifen eine Gummibrise verströmen. Zu unserem Glück steht in einiger Entfernung noch ein anderes Wohnmobil, dessen Besitzer sich auch bald zu uns gesellt, um uns zu helfen. Als beide Männer schieben, schaffen wir es endlich frei zu kommen und können uns auf einen Rasenplatz stellen. Als der Abend kommt, wird es an diesem einsamen Fleckchen richtig schön.

Am nächsten Morgen geht es gleich weiter Richtung Norden, vorbei an Christchurch bis nach Amberley, wo wir auf einem ziemlich unspektakulären Campingplatz mit Toilette und Waschbecken Halt machen.

Ein Highlight erleben wir auf dem Campingplatz von Amberley dann doch: Juna macht, wenige Tage vor ihrem ersten Geburtstag, ihre ersten Schritte!

 

Da uns die Wolkendecke nicht loslassen will, brechen wir am nächsten Morgen wieder auf, in der Hoffnung, bald wieder unter blauem Himmel zu sein.

Es geht Richtung Süden. Mit der Sonne im Rücken fahren wir den Highway 6 von Queenstown runter in Richtung Invercargill. Dort wollen wir Zwischenstopp machen auf unserem Weg nach Curio Bay, wo es offensichtlich wunderschön sein soll, denn die Bucht in den Catlins wird uns von allen Seiten empfohlen. Und weil das Wetter gerade so gut ist hier unten und Juna so gut mitmacht, fahren wir kurzerhand an Invercargill vorbei und direkt in die Catlins rein.

Die romantisch sommerliche Landschaft der Catlins, ein bisschen wie Dänemark, findet Christian

Unsere obligatorische Kaffeepause machen wir in einem Feldweg neben einer Kuhwiese. Ganz nach Junas Geschmack.

Die alte Truckerin

Unser Ziel für heute ist ein kostenloser Campingplatz, an dem man nur eine Nacht bleiben darf. Nicht viel mehr als eine große grüne Wiese und öffentliche Toiletten mit Waschbecken. Der Campingplatz liegt nur wenige Kilometer vom Campingplatz an der Curio Bay entfernt, so haben wir es morgen nicht weit und sind früh da.

Unser Campingplatz

Direkt an der Campingwiese beginnt ein kleiner Urwaldspaziergang, den wir gerne mitnehmen.

Farnbäume, Nationalpflanze der Kiwis

Am nächsten Morgen sind wir früh unterwegs zu unserem nicht weit entfernten Ziel.

 

Der Campingplatz oberhalb der Curio Bay ist recht simpel und dafür ein bisschen teuer, aber er ist auch der einzige an diesem schönen Ort und so nehmen wir, wie alle anderen, die hohen Gebühren und etwas heruntergekommenen Sanitären Anlagen in Kauf.

Die Klippen an der Curio Bay

Auf der einen Seite der Bucht brechen sich die Wellen an schroffen Felsen, auf der anderen erstreckt sich der weich geschwungene kilometerlange Sandstrand, an den durchaus surfbare Wellen gemächlich heranrollen. Gleich zu unserer Ankunft können wir die spitzen Rückenflossen zweier Hektor Delfine beobachten, wie sie durch die Bucht gleiten.

Der Tag ist herrlich, die Sonne scheint und es ist relativ warm – eine Besonderheit für die Catlins, wo auch schon mal arktische Stürme über die Klippen fegen. Wir nutzen unser Glück und packen alles ein für den Strand.

Juna gefällt’s mal wieder prächtig am Strand

 

Auf dem Weg vom Strand zum Bulli passiert etwas Seltsames. Wir erblicken plötzlich in der Nähe des Aufgangs vom Strand zum Campingplatz einen einsamen Pinguin. An sich nichts Außergewöhnliches, immerhin gibt es hier nicht nur Delfine, sondern auch Robben und eben auch Pinguine. Wir sind nicht die Einzigen, die den Kleinen entdeckt haben, ein paar andere Leute haben sich bereits in seiner Nähe angesammelt. Doch bevor wir auch nur daran denken können, unsere Kamera heraus zu kramen, um unseren ersten Pinguin bildlich festzuhalten, kommt wie aus dem Nichts ein Mann mit einem Handtuch angerannt, der sich dem Pinguin von hinten nähert. Kaum haben wir ihn erblickt, hat er das Handtuch auch schon über den Kleinen geworfen und flüchtet mit ihm im Arm die Böschung hinauf. Wir sind ein bisschen baff. Entführen hier Touristen Pinguine?

Für den Nachmittag haben ich mich zu einer Surfstunde angemeldet. Die Stunde kostet genauso viel, wie Bord und Wetsuit leihen, also frische ich meine Anfängerkenntnisse ein wenig auf und werde dazu noch vom Surflehrer gelobt, weil ich meine erste Welle gleich bis zum Strand fahre. Naja, ich muss wohl zugeben, dass ich es eigentlich sogar besser können müsste.

Schön, mal wieder auf dem Brett zu stehen

 

Juna ist ein Naturtalent, meint zumindest der Surflehrer

 

Abendstimmung an der Curio Bay

 

Sonnenuntergang am Südzipfel Neuseelands

Zum Sonnenuntergang kommen für gewöhnlich Pinguine an eine bestimmte Stelle der Bucht. Da Juna sehr müde ist und es zudem auch noch anfängt zu regnen, geht Christian alleine los um beim Abendbrot einer Pinguinfamilie dabei zu sein.

Die armen Eltern, müssen zwei so Moppel satt kriegen!

Leider wurde ich beim Surfen, beziehungsweise während der Theorie am Strand, an Händen und Füßen von Sandflies fies angeknabbert. Es folgt die erste von drei Nächten mit sehr wenig Schlaf und sehr viel Füße und Hände kratzen und alle möglichen Mittelchen ausprobieren. Echt anstrengend!

Am nächsten Tag wurde das schöne Wetter von Sturm und Regen vertrieben. Wir bleiben wohl oder übel im Bulli und machen nur kurze Spaziergänge in den Regenlöchern.

Juna trotzt dem Sturm

Zum Glück ist Juna auch für Indoor Aktivitäten zu haben!

Doch am Nachmittag verziehen sich die dunklen Wolken und wir sehen wieder blauen Himmel.

Curio Bay

Während eines Spaziergangs erblicke ich eine Mitarbeiterin des DOC und spreche sie gleich auf die vermeintliche Pinguin Entführung des gestrigen Tages an. Sie erklärt, der Pinguin sei in der Mauser gewesen und habe daher umgesiedelt werden müssen. Pinguine bleiben während der Mauser über längere Zeit fast bewegungslos an einem Fleck stehen und sind so sehr angreifbar. Da sich dieser Pinguin eine etwas ungünstige Stelle für seine Mauser ausgesucht hatte, musste er vor zu neugierigen Touristen geschützt werden. Jetzt kann ich die Handtuchattacke auch verstehen.

 

 

 

Wir setzen uns kurzentschlossen ins Auto und fahren an der Küste entlang. Der Straßenkarte entnehmen wir, dass es hier in der Nähe einen Leuchtturm geben soll, da wollen wir hin. Viele Kilometer Gravel Road später haben wir unser Ziel endlich erreicht.

Der etwa 100 Jahre alte Leuchtturm

 

Der Wind pfeift uns um die Ohren

 

 

 

 

 

 

 

 

Nein, das ist kein Seeungeheuer, sondern eine Robbe, die wir in den Wellen entdecken

 

Vor 100 Jahren kenterte hier ein Schiff, der Grund für den Bau des Leuchtturms

 

 

Auf dem Rückweg machen wir noch einen kleinen Abstecher zum Slope Point, dem südlichsten Punkt der neuseeländischen Südinsel. Wenn wir schon mal da sind…

Slope Point

Am nächsten Tag fahren wir weiter. Wohin genau wir fahren, wissen wir noch nicht, auf jeden Fall bleiben wir in den Catlins. Bis wohin wir kommen bestimmen Juna und unsere Nerven. Solange sie wach ist, nehmen wir ein paar Sehenswürdigkeiten mit. Zum Beispiel die Wasserfälle benannt nach Alexander Mac Lean. Über einen etwa 30-minütigen Spaziergang durch den Urwald gelangen wir zu den schönen Fällen.

 

Mac Lean Falls

 

 

Weiter geht’s zu den Cathedral Caves, Höhlen, die das Meer in den Stein gewaschen hat und die nur bei Ebbe zu besichtigen sind. Ein Glück, dass gerade das Wasser niedrig steht.

Eingang in die Höhle

 

 

Das Besondere an dieser Höhle ist, dass man auf der einen Seite rein und auf der anderen wieder raus gehen kann. Das Meer hat quasi zwei Höhlen geschaffen, sie sich an ihren hinteren Ende treffen und so zu einer werden.

 

Jetzt haben wir genügend touristische Highlights gesehen. Wir machen uns auf die Suche nach einem Campingplatz für die Nacht. Und wir werden fündig. Über eine lange ungeteerte Straße erreichen wir einen wunderschönen DOC Campingplatz. Auf dem Weg dorthin kommen uns Sebastian und Constanze entgegen, die wir mit ihrer Tochter Nora am Mt. Cook kennengelernt hatten. Wir verabreden uns, uns später auf dem Campingplatz wieder zu treffen.

Mal wieder eine geniale Aussicht aus unserem Schlafzimmer!

 

Der Campingplatz, ganz links im Bild stehen wir.

Dieser Campingplatz ist mal wieder unbeschreiblich schön! Wir sind hin und weg. Und dafür zahlen wir nur 6 NZ$ pro Erwachsenen. Es gibt zwar auch nur zwei Plumpsklos und ein Waschbecken, aber dafür eine tolle Aussicht auf Klippen und Riesenbrecher.

Die Wellen sind größer als sie aussehen

 

Unser Standplatz

 

 

Gemeinsame Kaffeepause mit Sebastian, Constanze und Nora

Anschließend wagen sich die Jungs in die Fluten

Juna findet Noras Kindercampingstuhl super!

Als beide Kinder im Bett sind, sitzen wir noch lange zusammen und machen mindestens eine Flasche Wein leer. Leider ist am nächsten Morgen die Sonne verschwunden und schafft es auch bis zum Mittag nicht aus den Wolken. Für uns ist es ok wieder weiter zu fahren, die anderen bleiben noch.

 

Christian spült zum Abschied noch unser Geschirr in kaltem Flusswasser

Nun verlassen wir die Catlins und fahren die Küste im Osten der Insel wieder hoch. Wir hatten genug Regen, Wind und Kälte, im Norden der Südinsel hoffen wir auf Sonne und wieder ein bisschen mehr Sommer.

Die Wettervorhersage, die wir vor unserer Abfahrt am Franz Josef Gletscher eingeholt haben, ist für die komplette Südinsel miserabel. Also machen wir uns keine all zu großen Hoffnungen auf gutes Wetter an den Seen, die wir uns in den kommenden Tagen ansehen wollen. Als erstes stoppen wir am nördlichen Ende des Lake Wanaka, an dessen südlichen Ende die gleichnamige Stadt liegt. Hier gibt es wieder einen DOC Campingplatz, nicht viel mehr als ein Parkplatz am Seeufer mit öffentlicher Toilette und Waschbecken. Immerhin.

 

Stürmischer Anblick des Lake Wanaka

In den Regenlöchern sind wir draußen und genießen die Natur

 

 

 

 

 

 

Es regnet quasi die komplette Nacht durch. Als wir am nächsten Morgen weiter fahren, brechen aber auch ein paar Sonnenstrahlen durch die dunklen Wolken und spannen strahlende Regenbögen über den See. Wir verabschieden uns kurzfristig von Lake Wanaka, da die Straße nach Wanaka Stadt einen Schlenker zum Zwillingssee Hawea macht, bevor sie in Wanaka Stadt wieder auf Lake Wanaka trifft.

 

Der erste Blick auf Lake Hawea

 

In Wanaka selbst bleiben wir nur kurz um den New World Supermarkt zu plündern und zu Mittag zu kochen. Das Wetter ist so ungemütlich, dass wir zum nächsten See aufbrechen, wo die Wettervorhersage noch am besten ist.

Unser Ziel ist Lake Pukaki, der, wie der nahe gelegene Lake Tekapo, für seine leuchtend türkise Farbe bekannt ist. Am Nordende des Lake Pukaki liegt Mt. Cook, der mit 3755m der höchste Berg Neuseelands ist. Das Sediment, das durch die Gletscher der Berge in den See gelangt, verleiht ihm seine milchige Färbung. Doch die trübe Sicht macht keine Hoffnung darauf, den Berg zu erblicken.

 

Das leuchtend türkise Wasser des Lake Pukaki

Endlich kommt mal wieder die Sonne raus: unser Standplatz am Lake Pukaki

Am See angekommen, klart das Wetter tatsächlich etwas auf und wir bekommen wieder ein paar Sonnenstrahlen ab. Wir haben uns dieses Mal einen Platz vollkommen ohne sanitäre Anlagen oder ähnliches ausgesucht. Der Fleck ist wunderschön!

Ausblick von unserem Schlafplatz

Immer wieder wehen dunkle Wolken vorbei, wir bleiben aber trocken

 

Leider ist es zu kalt zum Schwimmen

 

Abendstimmung am Lake Pukaki

 

Wir konnten in unseren ersten Nächten auf Neuseeland schon verfolgen wie ein scheinbar abnehmender Mond immer voller wurde. Nach den bewölkten letzten Nächten sind wir in dieser sternenklaren Nacht überwältigt von der Leuchtkraft des beinah vollen Mondes!

 

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Baden im Licht des fast vollen Mondes

Am nächsten Morgen sind die dicken Wolken fort, nur noch leichte weiße Schleier bedecken den blauen Himmel. Ich möchte endlich wissen, ob man Mt. Cook von hier aus vielleicht doch sehen kann und so machen wir einen Spaziergang bis zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man ihn bei klarer Sicht auf jeden Fall sehen müsste. Doch leider versteckt sich der Berg noch immer hinter Wolken, die nun allerdings erahnen lassen, was für ein Klotz sich da versteckt. Wir schöpfen neuen Mut und das Wetter sieht auch so aus, als könnte es weiterhin aufklaren. Also laufen wir zum Auto zurück, packen alles zusammen und fahren ein Stück weiter, dem Berg entgegen. Und tatsächlich, langsam verflüchtigen sich die Wolken und wir können ihn endlich sehen. So ein schöner Berg!

Endlich zeigt er sich: Mt. Cook, mit 3755m der höchste Berg Neuseelands (und Australiens)

Wir fotografieren bis der Akku qualmt denn sie hat uns wieder gepackt, die Faszination für einen Berg, wie wir sie aus dem Himalaya kennen. Und damit steht auch fest: wir fahren heute nicht zum Lake Tekapo sondern zum Mt. Cook!

Wir sind wieder im Berg-Fieber!

Mittlerweile ist der Himmel strahlend blau und wir fahren voller Vorfreude um den See, immer auf den Berg zu, der vor der Windschutzscheibe unseres Campers zusehends größer in den Himmel wächst.

Zwischenstopp auf der Lavendelfarm

Lavendelöl hilft gegen Insektenstiche und –bisse, also kaufen wir gleich ein Fläschchen

 

Dieser Berg hat eine Anziehungskraft!

Am Fuß des Berges gibt es einen DOC Campingplatz, auf dem man ein bisschen was zahlt und dafür Toiletten, Küche und Waschbecken benutzen darf. Hier ist ganz schön was los, aber es gibt genügend Plätze für alle. Kurz nach unserer Ankunft brechen wir auf zu einer 90 minütigen Wanderung bis zu einem Aussichtspunkt.

Wir wollen Mt. Cook ganz nah sein

 

Nebendran gigantische Gletscher, die das Wasser in der Luft zu weißen Wolken kondensieren lassen

Die Strecke ist sehr schön und bietet wunderschöne Ausblicke auf Mt. Cook. Es geht über Hängebrücken und Stege, die über Bächlein direkt durch die Natur führen. Obwohl hier manche auch in Flipflops unterwegs sind, hat man doch das Gefühl in den Bergen zu sein. Nach 1 1/2 Stunden reicht mir Junas Gewicht auf dem Rücken. Sie hat sich zwischendurch mit einem kleinen Schläfchen ausgeruht.

Happy Family vor Mt. Cook

Tschüss, du Riese

Nach einer kleinen Mittagsrast müssen wir uns wieder verabschieden. Auf dem Rückweg übernimmt der Papa unsere Fracht.

Juna freut sich: endlich auf Papas Schultern!

Zurück am Camper ruhen wir uns in der Nachmittagssonne von unserem Marsch aus.

Picknick am Gletscher

In dem Tal, in dem wir campen, geht ein ganz schöner Wind. Als die Sonne hinter den Gipfeln der umgebenden Bergen verschwunden ist, wird es ziemlich frisch und wir ziehen uns bald in unseren Camper zurück. Das Gletschermassiv wird dabei wundersam angestrahlt und wir begreifen erst als der Mond seine leuchtende Scheibe über die Bergkämme schiebt, dass er es ist, der das ewige Eis zum leuchten bringt. Ein toller Anblick!

In der Nacht nimmt der Wind zu und schüttelt uns in unserem Bett ganz schön durch, so dass ich mich schon an unseren Hinflug erinnert fühle. Dazu kommt der Regen, der immer weiter zunimmt. Wir bekommen ernsthaft Mitleid mit allen, die da draußen in ihren Zelten liegen. Wir machen kurzen Prozess und fahren früh wieder. Diesmal aber nun wirklich zum Lake Tekapo, wo es am Nachmittag tatsächlich schöner werden soll. Wir haben einen kleinen versteckten Platz von einem deutschen Pärchen, das ebenfalls mit Kleinkind unterwegs ist, am Lake Tekapo empfohlen bekommen. Ausgerüstet mit der Beschreibung, wie wir dort hinkommen, machen wir uns im Regensturm auf den Weg zum nächsten See.

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Wieder ein Haus am See

Und tatsächlich: wir finden die kleine Abzweigung und den versteckten Stellplatz mit der Feuerstelle und Blick auf den See und als wir alle zu Mittag gegessen haben und Juna aus ihrem Mittagsschlaf erwacht, ist die Sonne schon da. Wie gemacht für ein kleines Bad im Türkis des Sees.

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Unsere Aussicht auf den Lake Tekapo

Wenn es nicht so furchtbar windig und damit KALT wäre! Kaum verlassen wir den Schutz der Bäume unteres Stellplatzes, werden wir vom eiskalten Wind erfasst und fast von den Füßen gepustet. Aber trotzdem: nach ich weiß nicht wie vielen Tagen ohne Dusche, ist es nun wirklich, WIRKLICH, an der Zeit für ein Bad. Also sind wir beide mutig und springen rein. Ladys first, natürlich!

 

Erfrischt und sauber erkunden wir mal wieder unsere Umgebung.

 

 

Wenn dieser fiese Wind nicht wäre, wäre es hier perfekt zum Schwimmen und Sonnenbaden!

 

Kuscheln in der Nachmittagssonne: Juna ist auf den letzten Metern eingepennt

Abenddämmerung

Als die Nacht kommt, kuscheln wir uns wieder in unser gemütliches Heim und genießen die Einsamkeit und die schöne Aussicht in die Natur. Ganz unerwartet werden wir plötzlich geblendet…

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Ein perfekter Vollmond taucht auf, als hätte jemand das Licht angeknipst

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Für diese Vollmondnacht haben wir uns echt den perfekten Standort ausgesucht

Am nächsten Morgen brechen wir schweren Herzens auf. Es ist einfach zu kalt um länger zu bleiben. Heute geht es wieder zurück nach Wanaka, wo wir eine Nacht auf einem Campingplatz schlafen wollen.

 

Aufbruch vom Lake Tekapo

Lindi’s Pass

Auch in Wanaka ist das Wetter durchwachsen. Nachdem wir unseren Campingplatz etwas stadtauswärts erreicht haben, machen wir nur noch einen kleinen Spaziergang. Doch der Regen ist nie weit und treibt uns zum Umkehren.

Lake Wanaka bei Wanaka

Auf dem Campingplatz gibt es eine Küche, Toiletten und sogar eine Dusche, die einem für 2 NZ$ ein fünfminütiges Duschvergnügen verspricht. Ich freue mich darauf, endlich meine Haare zu waschen. Das habe ich mich im eisigen Lake Tekapo nämlich nicht getraut. Also gehe ich erwartungsvoll zu den Duschen und zunächst bin ich auch ganz zuversichtlich. Es gibt drei Duschen, die auch ganz ok aussehen. Allerdings ist in der ersten das Licht kaputt, in der zweiten liegt ein dickes Haarbüschel in der Duschwanne, also entscheide ich mich für Nummer drei. Nur, wo hänge ich meine Sachen auf? Es gibt kein Bänkchen, auf dem man etwas ablegen könnte und die drei Haken an der Tür stehen mir waagerecht entgegen, so dass maximal ein Teil daran Halt findet. Ok, alles machbar. Der Kasten, in den die zwei Dollar reinkommen hängt vor der Duschkabine, also muss ich halbnackt noch mal raus, um ihn einzuwerfen. Jetzt aber schnell! Ich drehe heiß ganz auf, das Wasser rinnt lauwarm in einem müden Strahl aus dem Duschkopf. Na super, ich warte, langsam wird’s wärmer und ich mische ein bisschen kaltes Wasser dazu, in der Hoffnung, der Strahl würde kräftiger werden, doch nun wird das Wasser nur wieder kalt. Meine Minuten laufen bereits, also finde ich mich mit dem dünnen Bächlein ab, das da aus der Brause kommt. Leider ist der Duschkopf auf einer Höhe angebracht, die bei einer mitteleuropäischen (und damit doch sicher auch bei einer neuseeländischen??) Frau auf Höhe des Kinns ist. Aber ich bin ja flexibel und biege mich genügsam zurück um mein Haar zu befeuchten, das nun wirklich eine Wäsche gebrauchen kann. Das Wasser wird heiß! Ich mische kaltes dazu, es wird kalt. Ich fluche. Erstes Mal einschäumen. Ich schätze, dass die Hälfte der fünf Minuten bereits abgelaufen sind. Das Auswaschen dauert EWIG. Zweites Mal einschäumen. Schnell wasche ich in Limbohaltung meine Haare wieder aus, klack, da wird das Wasser auf einen Schlag eiskalt! Ich fluche – laut! Den Rest muss ich also jetzt mit kaltem Wasser waschen und das macht in einem zugigen Waschhaus wirklich keinen Spaß. Ich fluche noch während ich mich anziehe, schimpfe auf die zwei Dollar, die ich hier verplempert habe: Da springe ich doch lieber in den Lake Tekapo, da werde ich wenigstens nass! Da geht auch noch das Licht aus. Anscheinend muss sich jemand im Eingangsbereich des Waschhauses bewegen, damit das Licht an bleibt. Na super! Jetzt ist es vollends vorbei. Zum Glück kann ich währenddessen schon wieder lachen – eine kalte Dusche fördert eben die Durchblutung und belebt. Welch ein Glück! Christian erwartet nach meiner Berichterstattung natürlich nichts Gutes von der Herrendusche. Als er glücklich heiß geduscht zurück kommt, wird meine gute Laune dann doch etwas gedämpft.

In der Nacht nerven nach der Abgeschiedenheit der vergangenen Nächte die Autos, die ab und zu am Campingplatz vorbei fahren und mit ihren Scheinwerfen in unseren Bulli leuchten. Die Einsamkeit ist doch so viel friedlicher.

Am nächsten Morgen brechen wir auf Richtung Queenstown. Eine ganz schöne Strecke, aber Juna hat sich mittlerweile super ans Autofahren gewöhnt und wir haben mit Kissen ihren Kindersitz in eine leichte Schräge gebracht, so dass sie an mich angelehnt auch mal 1-2 Stunden darin schlafen kann. Das macht sie auch diesmal richtig toll und wir kommen gut durch.

In Queenstown am Lake Wakatupi scheint endlich mal wieder die Sonne

In Queenstown angekommen, spazieren wir an die Waterfront entlang, wo sich Cafés aneinander reihen und Backpacker ihren Hangover mit Espresso und Smoothies bekämpfen oder sich für adrenalintreibende Aktivitäten wie Bungeejumping, Rafting oder Jetboot-Touren zu stärken. Wir begnügen uns mit Milchkaffee und Schokolade und bummeln anschließend durch die touristischen Straßen und am See entlang.

Queenstown Waterfront

Zum Nachmittag wollen wir den berühmten Fergburger probieren. Doch beim Restaurant angekommen, wartet schon eine lange Schlange hungriger Backpacker Kids auf ihre Burger. Zum Glück haben wir unsere Küche immer dabei und im New World gut bestückt. Fürs Abendessen fahren wir aus der Stadt raus zu einem ca. 10km entfernten DOC Campingplatz.

Was für ein Panorama!

Der Blick vom Campingplatz über den Wakatipu Lake ist einfach wunderschön! Hier zahlen wir 6 NZ$ pro Erwachsenen und haben eine Toilette und ein Waschbecken, das wir uns mit einigen anderen Campern teilen müssen. Leider ist es auch hier recht frisch, so dass wir uns nach dem Abendessen ins Auto zurückziehen und am nächsten Vormittag weiter fahren.

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Juna ist auch für jeden Quatsch zu haben

Heute verlassen wir die Seen und die Berge, die uns in den letzten Tagen begleitet haben. Es geht Richtung Süden zu den Catlins, wo uns wieder wechselhaftes Wetter und weiterhin kühle Temperaturen erwarten. Wir hoffen aber auch auf Seehunde, Delfine und Pinguine, sowie neue schöne Landschaften.

Mittagsrast und Abschied von Lake Wakatipu und allen anderen Seen

 

Wir haben uns vorgenommen vom Arthur’s Pass bis nach Hokitika an der Westküste zu fahren. Das sind ca. 100 km. Wir machen ein paar Pausen zwischendurch, damit Juna zu ihrer Bewegung kommt.

Die Westküste ist bekannt für schlechtes Wetter und für Sandflies. Wir haben die Vorhersage gecheckt und tatsächlich soll es in ein paar Tagen regnen. Außerdem haben wir unseren Insektenschutz dabei, den wir um eine Kinderversion mit Zitronen- und Mandelöl in Arthur’s Pass erweitert haben, und hoffen einfach, dass Sandflies und Wetter nicht all zu schlimm werden.

Die Westcoast empfängt uns mit Sonne und Hitze

In Hokitika angekommen buchen wir uns im 4* Campingplatz mit Dusche, Strom und WiFi ein. Am Nachmittag gehen wir gleich zum Strand, der direkt vorm Campingplatz liegt.

Juna hat Spaß an Wasser und Sand

Traumhaftes Wetter am Strand von Hokitika

Zum Glück gibt es hier keine Sandflies! Das gefällt uns sehr und so beschließen wir gleich noch eine weitere Nacht zubleiben. Am nächsten Tag wandern wir am Strand entlang bis in den Ort. Dorf findet gerade ein ziemlich kreativer “Driftwood and Sand Sculpture” Wettbewerb statt.

 

Nachdem wir uns Hokitika angesehen haben, verbringen wir den restlichen Tag auf unserem Campingplatz, auf dem es neben einem Spielplatz auch mehrere Tiergehege gibt, in denen Juna Schafe, Ziegen, Enten, Schweine und sogar zwei Alpakas bestaunen kann.

Leider beginnt der nächste Tag recht ungemütlich, aber so war es ja auch angesagt. Wir fahren weiter die Küste hinunter, denn wir wollen heute zum Franz Josef Gletscher.

Unser erster Regen in Neuseeland

Während wir immer weiter in den Süden fahren, wandelt sich die Landschaft und wird immer tropischer. Wir fahren in den Regenwald. Kein Wunder, dass es hier regnet…

Päuschen am See. Hier wimmelt es leider von Sandflies

Juna würde gerne noch länger rumlaufen, aber sie wird von den Fliegen pausenlos angeknabbert

Angekommen in Franz Josef, suchen wir das Rainforrest Hostel auf, wo es auch Plätze für Camper gibt. Die Stellplätze für die Autos befinden sich in kleinen Nischen, praktisch mitten im Regenwald. Wirklich schön aber auch nass. Neben Sandflies gibt es jetzt auch hungrige Mücken.

Als erstes wollen wir den Gletscher besichtigen

Leider beginnt es auf unserem Spaziergang zum Gletscher zu regnen und der Eisfluss verschwindet hinter dunklen Wolken. Also drehen wir um und machen noch einen Schlenker durch den Wald.

Spaziergang durch den Regenwald

Es gibt mal wieder keine Mülleimer und so muss Juna ihre Bananenschale eben tragen

Zum Glück haben wir mit unserem Camper Küche und Bett immer dabei und so gibt es für uns und Juna noch auf dem Parkplatz lecker Kaffee und Kuchen. Leider regnet es den kompletten restlichen Tag immer wieder und so geht’s am nächsten Morgen auch gleich weiter Richtung Süden.

 

Mittagsrast mit toller Aussicht

Obwohl zwischendurch immer mal wieder die Sonne rauskommt, sind die Voraussagen für die kommenden Tage doch deprimierend nass. Wir wären gerne länger an der Westcoast geblieben, geben uns aber Wetter und Fliegen geschlagen und fahren bei Haast wieder auf den Pass Richtung Lake Wanaka.

Um auf die andere Seite der Insel zu kommen, müssen wir einmal die Berge überqueren. Da wir nicht so lange fahren wollen, haben wir uns zwei Zwischenstopps rausgesucht. Der eine liegt in der Nähe von Springfield, eine gute Stunde westlich von Christchurch. Es handelt sich dabei um einen sehr einfachen Campingplatz, zwar mit Stromanschlüssen und Duschen, aber ansonsten nicht besonders erwähnenswert. Nur der liebenswerte einbeinige “Caretaker”, der in seinem neuseeländischen Slang Juna zum Strahlen bringt, bleibt uns als Besonders in Erinnerung.

Dabei hat der Tag nicht besonders glücklich für uns gestartet. Auf den kurvenreichen Straßen der Banks Peninsular, werden wir auf dem Weg Richtung Christchurch am Morgen von einem Polizeiauto zum Ranfahren aufgefordert. Wir sind total verunsichert, da wir uns keiner Schuld bewusst sind und vermuten eine einfache Ausweiskontrolle. Aber dafür Blaulicht und Sirene?  Der Polizist ist sofort ziemlich forsch und wirkt sauer. Er habe uns mehrfach aufgefordert links ran zu fahren, was keiner von uns gehört hat  und dafür, dass wir den Verkehr aufgehalten hätten, drückt er uns ein Bußgeld von 150 NZ$ auf! Ganz schön happig, aber der Officer bleibt hart, dass wir erst kürzlich im Land sind und uns nicht klar war, dass wir eine Verkehrsregel verletzen, wenn wir nicht jedes Fahrzeug passieren lassen, das eventuell schneller ist als wir, ist ihm dabei egal. Wir finden, er hätte uns auch verwarnen können…

In Springfield angekommen, haben wir den ärgerlichen Zwischenfall aber schon fast wieder vergessen und erkunden stattdessen die Umgebung.

“Wie macht die Kuh?” – Juna macht “Mmmmm!”

Obwohl es schon Nachmittag ist, hat die Sonne noch viel Kraft

Am nächsten Morgen brechen wir auf Richtung Pass. Wir wollen aber vorher schon an einem See rasten und eine weitere Nacht bleiben.

Schlafstimmung auf dem Weg zum Pass

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Auf dem Weg zum Lake Pearson

Am See gefällt es uns sofort. Es handelt sich um einen DOC Campingplatz, also einen Platz des neuseeländischen Naturschutzbundes (Departement of Conservation). Das Campen ist hier kostenlos. Dafür gibt’s nur ein öffentliches Plumpsklo und sonst nix. Totale Idylle also. Die Sandflies, die wir hier zum ersten Mal kennenlernen, nerven dagegen ziemlich! Sobald ein bisschen Wind aufkommt, sind die fiesen Fliegen aber zum Glück verschwunden.

Besuch von einer Entenfamilie an unserem Standort

Wir erkunden die Umgebung des Sees

 

 

Mittagspause

Nach ihrem Mittagsschlaf erfrischt sich Juna im lauwarmen See

Unser Haus am See

Nach dem Baden wärmt sie sich beim Papa wieder auf

Leider werden am Abend die Fliegen wieder penetranter und wir ziehen uns in unseren Camper zurück. Am nächsten Morgen geht es dann noch ein Stück weiter bis wir den Pass endlich erreichen.

Unterwegs schauen wir uns noch einen Freedom (also kostenlosen) Campingsite mitten in den Bergen an, doch dort werden wir sofort von einen Schwarm Sandflies empfangen. Juna lassen wir direkt im Auto und fahren weiter.

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Am Arthur’s Pass angekommen unternehmen wir einen Spaziergang zu einem Wasserfall.

Mit Juna auf dem Rücken geht’s bergauf

Mittagspause am Aussichtspunkt

Nachdem wir den Pass überwunden haben, schlängeln wir uns wieder abwärts Richtung Westküste, wo wir auf das Tasmanische Meer treffen werden.

Die Fahrt auf die Halbinsel ein Stück südlich von Christchurch wird so naja. Der Kindersitz nervt, ist viel zu steil um darin ordentlich zu schlafen und außerdem wird Juna von ihren Backenzähnen geplagt, die Anstalten machen durchzubrechen. Viel Grund für Geschrei also. Wir versuchen trotzdem die tolle Landschaft zu genießen und machen viele Pausen.

Der erste Blick auf die Bucht von Akaroa

Wir steuern einen Top 10 Campingplatz an. Den Bewertungen auf unserer Camper App zufolge ein bisschen voll aber trotzdem gut. Wir sind froh es bis ins hübsche Akaroa geschafft zu haben und einen Campingplatz mit Dusche und Strom gefunden zu haben. Also bleiben wir eine Nacht.

Die arme Maus, total gejetlagt

Auf dem Campingplatz angekommen, kann Juna dann auch endlich schlafen. Nach 2 Stunden wecken wir sie, auch wenn das der Stimmung nicht sonderlich zuträglich ist. Aber durch den Jetlag müssen wir alle durch.

Auch Essen kann die Laune nicht heben

Auf dem Weg ins Örtchen

Der kleine Spaziergang in die Stadt ist aber sehr schön wenn auch nur kurz, da es schon Abend wird.

Am nächsten Morgen checken wir aus dem Campingplatz aus und erkunden erneut Akaroa, diesmal mit ein bisschen mehr Zeit

Akaroa Waterfront

Fish and Chips scheinen Juna zu schmecken!

Als nächstes steuern wir ein Farmstay an, das sehr gute Bewertungen hat. Hier gefällt es uns auf Anhieb total gut! Wir melden uns gleich für zwei Nächte an.

Aussicht aus unserem “Schlafzimmer” auf dem Farmstay

Am Nachmittag erklimmen wir den Hügel bis zum Aussichtspunkt.

Nachmittagswanderung zum Viewpoint Rock

Hier öffnet sich die Bucht zum Pazifischen Ozean

Am Abend hat auch das Kreuzfahrtschiff die Bucht endlich verlassen

Am nächsten Morgen wollen wir bis zum Gipfel steigen. Der Tag beginnt bereits sehr heiß, wenn auch windig.

Juna macht derweilen ihr Vormittagsschläfchen.

Geschafft! Blick über die Bucht von ganz oben

Juna lässt sich von dem Gekraxel nicht stören und pennt einfach weiter

Pünktlich zum Päuschen ist sie aber wieder fit und gleich auf den Beinen

Den Rest des Tages verbringen wir auf der Farm, auf der Juna Schafe und Kühe bestaunen kann. Am nächsten Morgen wollen wir weiter. Richtung Westküste geht es durch die Berge über den Arthur’s Pass.

Jetzt geht’s los!

Ja, so sahen wir aus: ausgeruht, relativ entspannt und motiviert, die knapp 30-stündige Reise nach Christchurch anzutreten!

Und es hat auch ziemlich gut geklappt. Auch wenn wir, am Ziel angekommen, nicht mehr ganz so ausgeruht und entspannt aussahen, dafür aber erleichtert und ziemlich kaputt. Von Düsseldorf geht’s erst nach Dubai, von dort aus in einem 13-stündigen Ritt über den indischen Ozean bis nach Melbourne. Dieser Flug ist dann auch die größte Herausforderung, obwohl Juna in ihrem Bettchen, das vor unsere Sitze in die Wand eingehängt wird, ganze sechs Stunden am Stück schläft. Los geht es aber mit einer üblen Schreiattacke ihrerseits, die dazu führt, dass wir von unterschiedlichen Fluggästen angesprochen werden, die uns mit Tipps und Heil-, Schlaf- und Schmerzmitteln beistehen wollen. Eine Italienerin empfiehlt uns ihre Australischen Buschblüten und im Nu ist Juna eingeschlafen. Naja, es ist mittlerweile auch nach Mitternacht und Juna hatte außer einem kurzen Nickerchen am Flughafen in Düsseldorf nur etwa 45 Minuten auf dem Flug nach Dubai geschlafen. Dementsprechend fertig ist sie zu dem Zeitpunkt. Außerdem erschüttern immer wieder ziemlich starke Turbulenzen unseren Doppeldeckerflieger. Die Anschnallzeichen bleiben aber aus und so dürfen wir Juna in ihrem Bett liegen lassen – zum Glück! Der kommende Tag wird ziemlich kurz, kaum wird es hell, wird es auch schon wieder dunkel und als wir in Melbourne ankommen, ist unser Zeitgefühl vollends verloren. Es folgt ein “kurzer” vierstündiger Flug bis Christchurch, auf dem Juna über unsere Beine ausgestreckt schlafen muss, in dem kleinen Flieger gibt’s keine Babybetten.

Unser Flieger landet um etwa 6:00 Ortszeit in Christchurch. Für uns ist es aber 18:00 am vergangenen Abend und wir müssen bis acht warten bis am Flughafen der Vodafone Shop aufmacht und bei der Autovermietung ist auch erst ab 8:30 jemand. Aber von Zeitgefühl sind wir nach gut 26 Stunden unterwegs sowieso weit entfernt. Trotzdem fühlt es sich irgendwie falsch an, dass gerade jetzt die Sonne aufgeht und sich langsam das Leben auf dem kleinen Flughafen regt.

Zum Glück funktioniert dann alles reibungslos. Wir bekommen unsere Simcard und werden von der Autovermietung sogar abgeholt. Wir übernehmen unseren Camper (in unserem Zustand hätte man uns aber alles möglich stattdessen andrehen können) und schaffen es sogar bis zum nächsten Supermarkt um einzukaufen. Dann steuern wir unsere erste Unterkunft an: den Campingplatz von New South Brighton, an der Küste von Christchurch.

 

Am Strand von New South Brighton

Der Campingplatz und auch der nahe gelegene Strand gefallen uns richtig gut! Ein guter Platz für die erste Nacht und zum Ausruhen.

Dank Jetlag sind wir früh am nächsten Morgen schon wieder auf dem Weg zum Meer

Sonnenaufgang am anderen Ende der Welt

Wenn es hier schon so schön ist, wie muss es dann bei den “Highlights” aussehen??

Gegen Jetlag hilft Bewegung und frische Luft!

Nach einer Nacht zum Klarkommen brechen wir wieder auf. Wir wollen auf die Banks Peninsula, auf der Akaroa liegt. Die Streck ist überschaubar und so geht es weiter…

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Keine 10 Tage mehr und wir sind wieder unterwegs!
Zweieinhalb Jahre ist es her, dass wir unsere große Reise beendet haben. In der Zwischenzeit ist viel geschehen und wir haben keineswegs untätig auf der Couch gesessen. Stattdessen haben wir uns neue Jobs besorgt, haben fleißig gearbeitet, zwischendurch viele schöne Urlaube gemacht, waren in Dänemark, Holland, Österreich, Spanien, auf der schönsten deutschen Inseln, in den Alpen, auf Feuerte Ventura… hab ich noch irgendwas vergessen?? Und auch sonst waren wir aktiv, haben uns in das größte Abenteuer des Lebens gewagt und gespannt erwartet wie aus zwei, drei werden. Das vergangene Jahr war dementsprechend turbulent und voll nie gekannter Herausforderungen für uns. Ein Glück, dass wir durch unsere Reiseerfahrungen schon so viel Geduld, Durchhaltevermögen und Improvisationsgeschick erlernen konnten. Doch ein Kind zu haben ist eine so viel umfassendere, lebensbestimmendere Aufgaben, dass wir uns nun, da unsere Juna knapp 11 Monate bei uns ist, wieder so viel schlauer fühlen als zuvor.

Und weil wir jede Gelegenheit nutzen um die Welt weiter zu entdecken, brechen wir nun wieder auf, diesmal zu dritt und daher auch in ganz anderem Stil. Statt 16 verschiedene Länder, bereisen wir lediglich eins. Dieses eine Land könnte allerdings weiter weg nicht sein. Auf dem Weg nach Neuseeland werden wir einen Teil unserer alten Route überfliegen: Indien, Thailand, Laos, Cambodia, Vietnam, Indonesien. Weiter sind wir damals nicht gekommen. Diesmal nehmen wir den schnellen Weg, mit dem Flugzeug. Und statt mit dem Rucksack und den öffentlichen Verkehrsmitteln, gönnen wir uns vor Ort den Luxus eines Campervans, der ab 23. Januar für knapp fünf Wochen das neue Zuhause unserer kleinen Familie sein wird!